Konzert im Kunsthaus: 

Kuhn Fu überschritten Genregrenzen

Unter der Klammer Jazz verschmolz die Gruppe Jazz-Rock, Free Jazz, Fusion, Latin, Swing, Ska, Funk, Blues, Shuffle und einiges mehr zu einem Gefüge, das einen von den ersten Takten an nicht mehr los ließ.

Bassklarinette dominierte Melodielinien

Wobei ein Klangkonstrukt, das immer wieder hervortrat und mit seinem samtenen Puls an Duke Ellingtons „Caravan“ erinnerte. Was vor allem an Ziv Taubenfelds Bassklarinette lag, die das dominierende Melodie-Instrument des Abends war.

Heitere Ausrufezeichen setzte Christian Achim Kühn zwischen den Stücken, wenn er sinnfrei etwa von seinem Lehrer („Der war Bürgermeister in Troisdorf und konnte mich nicht leiden“) berichtete, ein Stück dem Bergsteiger Hans Schmitz aus Ehrenfeld, der „alles erklomm außer sein Ego“ widmete oder den klasse Song „Die Id“ (Die Idee) „avantgardistical, genial, leicht verstimmt“ ankündigte. Kühns Duktus entsprach dabei dem Duktus eines Wurst-Willy mit leichter Kinski-Aura. 

Laute musikalische Dialoge und inniges Unisono

An der Gitarre indes arbeitete er in sich versunken, machte sie zu virtuosen und vielseitigen Wegbegleitern. Dabei beherrschte er das feinnervige Fingerstyling ebenso wie das wilde Schrubben von Powerchords. Als wären sie eins agierten Kühn und Taubenfeld im Auf und Ab der musikalischen Dramaturgie, mit lauten Dialogen und innigen Unisono-Passagen. 

Rasendes Rhythmus-Solo begeisterte

Für das Fundament sorgten Esat Ekingioglu mit E- oder Kontrabass, auf beiden den Walking-Bass und subtile Läufe beherrschend und George Hadow. Der erwies sich am kleinen Drum-Set als Großer, besonders im Stück, das Kuhn als „Sergeant Hadow“ ankündigte. Der Widmung wurde Engländer auf jeden Fall gerecht, schon alleine durch das dreiminütige Solo mit rasender Basstrommel und irrwitzigen Tänzen auf Snare, Hänge- und Standtom.

Hi! Ich bin der Chatbot
der Stadt Troisdorf 👋